"Lerchengrund ist ungeeignet"

Vorlage zur Verlegung des Werkhofs zurückgezogen.

LÖRRACH (seh). Im Gemeinderat zeichnete sich am Donnerstag eine Mehrheit gegen eine Verlegung des Werkhofs auf das Gelände der Kleingartenanlage Lerchengrund beim Hauptfriedhof ab. Die Verwaltung zog die Vorlage zurück.

Man war sich einig, dass beim Werkhof dringender Handlungsbedarf besteht. Bernhard Escher erklärte aber für die CDU, wegen der Lärmbelastung für das Wohngebiet werde seine Fraktion die Vorlage ablehnen. Die Verwaltung habe sich die Standortsuche "zu leicht gemacht". Auch die Freien Wähler lehnten ab. Günther Schlecht sagte für die SPD, man tue sich mit der Zustimmung schwer und sähe hier lieber Wohnungsbau. Prüfen solle man doch für den Werkhof etwa das Gelände beim Recyclinghof, auf dem ein privates Wohnhaus zum Verkauf stehe. Er schlug eine Denkpause bis zum Frühjahr vor. Die Grünen, so Claudia Salach, sehen zwar die Belastungen fürs Wohngebiet, gestünden aber zu, dass Alternativen gründlich geprüft worden seien, und stimmten zu. Matthias Koesler (FDP) lehnte die Vorlage ab und schlug vor, noch einmal die Sanierung des aktuellen Werkhof-Standorts und eine Auslagerung etwa des Salzlagers zu prüfen.

Bürgermeister Michael Wilke verteidigte den Standort Lerchengrund, auch wenn er nicht ideal sei. Man habe Alternativen geprüft und sehe keinen anderen Weg. "Ohne Not wäre dieser Vorschlag nicht gekommen", betonte er. Schon eine Minimalsanierung des jetzigen Werkhofs koste eine halbe Million Euro - und dann funktioniere er immer noch nicht, wie er es müsse. Ein Anwohner meldete "Zweifel an der Weisheit der Verwaltung" an. Die zog am Ende die Vorlage zurück.

(Artikel von Von Sabine Ehrentreich, Badischen Zeitung, 18. November 2017)